Cyberversicherung: Welche Sicherheitsnachweise KMU vorbereiten sollten
Ein Versicherungsfragebogen wirkt wie Verwaltung, beschreibt aber konkrete technische Zusagen. Werden Antworten pauschal oder ungeprüft gegeben, kann später eine gefährliche Lücke zwischen Antrag und Realität bestehen.
Häufig abgefragte Kontrollen
- MFA für E-Mail, Remote- und privilegierte Zugänge
- getrennte Admin-Konten und regelmäßige Berechtigungsprüfung
- Backup-Kopien, Schutz vor Veränderung und Restore-Tests
- Patch- und Schwachstellenmanagement
- Endpoint-Schutz, Protokollierung und Alarmierung
- Incident-Response-Plan und externe Ansprechpartner
- Schulung, Lieferanten- und Fernzugriffsmanagement
Was als Nachweis taugt
Belege sollten aktuell und überprüfbar sein: Richtlinie plus technische Konfiguration, Export der MFA-Abdeckung, Patch-Report, anonymisiertes Restore-Protokoll, Inventar, Übungsprotokoll und klarer Owner. Ein Screenshot allein beweist selten einen dauerhaft funktionierenden Prozess.
So beantwortest du sauber
Definiere Begriffe und Scope, bevor du „ja“ ankreuzt. Gilt MFA wirklich für alle privilegierten Zugänge? Wurde nur eine Datei oder ein gesamtes System wiederhergestellt? Dokumentiere bekannte Ausnahmen und geplante Maßnahmen. Lass widersprüchliche Aussagen zwischen IT, Makler und Geschäftsführung vor Abgabe auflösen.
Ein Pentest kann technische Schwachstellen finden, ersetzt aber weder Backup-Test noch Identitäts- und Notfallprozess. Beginne mit dem IT-Sicherheits-Check, um die wichtigsten Beleglücken sichtbar zu machen, und stimme verbindliche Versicherungsfragen mit Makler und Versicherer ab.
Dieser Beitrag ist eine technische Orientierung und keine Versicherungs- oder Rechtsberatung.
