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EU AI Act im KMU: Warum ein KI-Inventar der beste erste Schritt ist

EU AI Act im KMU: Warum ein KI-Inventar der beste erste Schritt ist

Viele Unternehmen suchen zuerst nach einer Richtlinie für ChatGPT. Das greift zu kurz: KI steckt oft auch in CRM, Bewerbungssoftware, Support, Transkription oder Sicherheitsprodukten. Ohne Übersicht lassen sich Nutzen, Verträge und Risiken kaum steuern.

Was in ein KI-Inventar gehört

Eine Tabelle reicht für den Anfang. Pro Anwendung sollten mindestens dokumentiert werden:

  1. Zweck und verantwortlicher Geschäftsbereich
  2. Anbieter, Modell und Vertragsform
  3. Eingaben und betroffene Datenarten
  4. erzeugtes Ergebnis und dessen Empfänger
  5. menschliche Prüfung und mögliche Fehlwirkung
  6. technische Integration und Zugriffsrechte
  7. Startdatum, Freigabestatus und nächste Überprüfung

Erfasst werden auch kostenlose Accounts und Schatten-IT. Das Inventar soll nicht bestrafen, sondern sichtbar machen, wo Mitarbeitende bereits produktiven Nutzen sehen.

Risiko pragmatisch priorisieren

Eine Marketing-Textidee ist anders zu behandeln als eine Vorauswahl von Bewerbungen oder eine Entscheidung mit Kundenwirkung. Priorisiere nach möglichem Schaden, Datenempfindlichkeit, Autonomie und Reichweite. Je stärker ein System Entscheidungen beeinflusst oder selbst Aktionen ausführt, desto wichtiger sind Prüfung, Protokollierung und ein klarer Stoppmechanismus.

Der EU AI Act wird stufenweise anwendbar. Pflichten hängen von Rolle und Risikoklasse ab; außerdem bestehen bereits Anforderungen rund um ausreichende KI-Kompetenz. Die verbindliche Einordnung gehört bei relevanten Fällen in juristische Hände. Technisch-organisatorisch ist ein aktuelles Inventar jedoch fast immer die notwendige Vorarbeit.

Ein umsetzbarer 30-Tage-Plan

  • Woche 1: kurze Abfrage in allen Teams
  • Woche 2: Systeme und Datenflüsse konsolidieren
  • Woche 3: drei höchste Risiken prüfen
  • Woche 4: Freigabeprozess, Schulungsbedarf und Review-Termin festlegen

Wenn parallel Prozesse automatisiert werden sollen, hilft der KI-Automatisierungs-Check, Nutzen und Kontrollierbarkeit zu trennen.

Primärquellen

Dieser Beitrag ist eine technische und organisatorische Einordnung und keine Rechtsberatung.