Odoo Standard, Studio oder Custom-Modul? So vermeidest du Anpassungs-Schulden
Odoo lässt sich schnell verändern. Genau das macht ungeprüfte Anpassungen gefährlich: Jede Sonderlogik kann Tests, Updates und Wissenstransfer verteuern.
Die sinnvolle Reihenfolge
- Standardprozess prüfen: Kann das Geschäftsziel mit Odoo-Standard erreicht werden?
- Konfigurieren: Reichen Einstellungen, Rollen, Vorlagen oder Automatisierungsregeln?
- Studio einsetzen: Handelt es sich um überschaubare Felder, Ansichten oder einfache Logik?
- Custom-Modul bauen: Braucht es versionierte, getestete Fachlogik oder tiefe Integration?
Die technische Möglichkeit ist kein Business Case. Für jede Abweichung sollten Nutzen, Nutzerzahl, Häufigkeit und Updatekosten dokumentiert sein.
Wann ein Custom-Modul gerechtfertigt ist
Ein eigenes Modul ist sinnvoll, wenn ein differenzierender Kernprozess betroffen ist, Standard und Studio die Anforderungen nicht robust erfüllen und die Logik automatisiert getestet werden kann. Es braucht Quellcode-Eigentum, Review, Dokumentation und einen Verantwortlichen.
Warnzeichen
- Felder ohne eindeutige Bedeutung oder Owner
- Logik verteilt auf Studio, Server Actions und externe Workflows
- direkte Änderungen am Odoo-Core
- kein Test für Upgrade und Migration
- Anpassung, weil „es früher auch so war“
Führe ein Anpassungsregister mit Zweck, Entscheidung, Eigentümer und Testfall. So wird bei jedem Upgrade sichtbar, was noch Wert liefert. Der Odoo-Readiness-Check hilft, Sonderwünsche von ungeklärten Prozessen zu unterscheiden.
